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November 2016
Im Fokus
Gebärdensprachdolmetschen
Gebärdensprachdolmetscher sind rar gesät und nur selten anzutreffen, auch wenn in Deutschland rund 80.000 Gehörlose leben und auf die Gebärdensprache angewiesen sind. Hörende kommen vermutlich am häufigsten über TV-Geräte in Kontakt mit Gebärdensprachdolmetschern: Nachrichten werden regelmäßig auf Ereignis- und Dokumentationskanälen verdolmetscht und sind somit eine wichtige Institution für Gehörlose, um aktuelle Informationen zu erhalten.

Diese Dolmetscher vermitteln Gehörlosen durch ihre Arbeit Informationen der gesprochenen Sprache, die diese sonst nur schwer oder gar nicht erhalten würden. Die Anlässe für Gebärdensprachdolmetscher sind dabei genauso verschieden, wie es bei Dolmetschern für Hörende der Fall ist: teilweise dolmetschen sie bei Betriebs- oder Hauptversammlungen, im Studium oder bei öffentlichen Veranstaltungen. Das ermöglicht den dort anwesenden Gehörlosen dem Vortrag zu folgen, ohne sich auf das Lippenlesen oder ähnliche Alternativen stützen zu müssen. Möchte sich im Gegenzug ein Gehörloser mitteilen, so dolmetscht der Gebärdensprachdolmetscher die Gebärden für die hörenden Anwesenden, die zumeist der Gebärdensprache nicht mächtig sind.

Übrigens gibt es nicht „die eine Gebärdensprache“: Je nach (gesprochener) Sprache, dem Land oder verwendetem Schriftsystem unterscheiden sich die Gebärden. Manche Gebärdensprachen kennen ebenfalls Dialekte und unterscheiden sich daher im Detail, ähnlich zur gesprochenen Sprache. Da sich die Gebärden in vielen Gebärdensprachen ähneln, klappt die Verständigung zwischen manchen Gebärdensprachen ganz gut. Um sich in einem internationalen Umfeld oder auf internationalen Veranstaltungen verständigen zu können, hat sich die Pidgin* -Sprache International Sign herauskristallisiert, die eine Verständigung von Menschen mit unterschiedlichen Gebärdensprachen ermöglicht.

Zukünftig wird es wohl so aussehen, dass sich das Gebärdensprachdolmetschen einem erhöhten Technikanteil bei der Auftragsdurchführung ausgesetzt sieht. Beispielsweise werden Gebärdensprachdolmetscheinsätze via Videotelefonie immer häufiger – hierbei sehen sich Dolmetscher und Gehörloser über einen Bildschirm im Telefon, über das der Dolmetscher das Gesprochene des Hörenden Anrufers direkt überträgt. Dieser Service ist vor allem in den Vereinigten Staaten verbreitet, wo er hauptsächlich im Medizin- oder Rechtsbereich seinen Einsatz findet.

*  Pidgin bezeichnet eine Sprache, die aus vereinfachten grammatikalischen Elementen einer komplexeren Sprache besteht und fremdsprachige Einflüsse besitzt.
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